Wie das Kälbchen „Kleeblättchen" zu seinem Namen kam

Am letzten Schultag vor den Sommerferien ging es los: Die Messdiener und Messdienerinnen machten sich mit Pater Dariusz und einigen Müttern mit den Fahrrädern auf den Weg von der Winser Kirche nach Walle zum hochmodernen Milchhof der Eheleute Stephanie und Heinz-Hermann Hemme.

Abfahrt der Messdiener und Messdienerinnen von der Kirche

 

Dort konnten wir mit allen Sinnen erfahren, wie es sich auf einem richtigen Bauernhof lebt. Gleich bei der Ankunft begeisterten uns die tapsigen Kälbchen in ihren Boxen - die jüngsten waren gerade mal einen Tag alt, die ältesten von ihnen maximal zwei Wochen. Sie ließen sich bereitwillig streicheln und bewundern.

 

Frau Hemme erklärte uns, dass sie und ihr Mann mit ihren Schwiegereltern und ungefähr acht Angestellten und Praktikanten den Hof bewirtschaften auf dem fast 1000 Tiere leben. Kleinvieh wie Hühner und Ziegen, die den Speiseplan bereichern, Kälbchen und trächtige Kühe, die auf den saftigen Weiden rings um den Hof grasen dürfen und natürlich jede Menge meist schwarz-bunter Milchkühe - fast 400 stehen in dem riesengroßen Kuhstall, dessen Tore an allen Seiten weit offen standen.

 

Außerdem gibt es auf dem Hof mehrere Traktoren mit riesengroßen Rädern. Pater Dariusz interessierten am meisten die PS-Zahlen der Gefährte und schwuppdiwupp saß er in einem der Ungetüme und ließ sich von einem polnischen Landsmann, der auf dem Hof arbeitet, die Technik erklären, damit er losfahren konnte. Natürlich durften die Jungen und Mädchen ebenfalls eine Sitzprobe auf dem Fahrersitz machen.

 

Danach ließen wir es uns nicht nehmen auf einer Leiter hochzuklettern und einen Blick in das supergroße Güllesilo mit einem Durchmesser von 33,8 m zu werfen - da erlebten wir den Bauerhof mit unserem Geruchssinn.

 

Wir lernten, dass Kühe wiederkäuende Pflanzenfresser sind und vier Mägen haben. Ihr Futter besteht aus Silage, Heu oder Stroh unter das gemahlenes Getreide gemischt wird, das in einem Lagerhaus in hohen Haufen lag. Die Hemmes bauen im ganzen Landkreis auf vielen Feldern Korn und Mais an, müssen jedoch zusätzlich noch Futter für die Tiere dazu kaufen.

 

Anschließend ging es weiter in den Kuhstall. In der Mitte ist ein breiter Gang, auf dem das Futter in den Stall gefahren und seitlich verteilt wird. Rechts und links davon sind die Haustiere in mehrere Abteilungen unterteilt, in denen sie sich frei bewegen können. Sortiert sind die Kühe danach, wie weit sie trächtig sind. 8 - 10 Wochen vor dem Kalben werden die Kühe trocken gestellt, d.h. sie werden nicht mehr gemolken, damit sie für die Geburt Kraft sammeln können. Besonders beliebt sind bei den Tieren die sich drehenden Bürsten, von denen sie sich putzen und massieren lassen - angefangen vom Kopf, über den Rücken bis hin zum Schwanz.

 

Vom Kuhstall aus gingen wir weiter auf die Empore im Melkstall und schauten hinunter auf die kreisrunde Melkanlage. Die Kühe laufen nacheinander auf das Fließband eines Rondells. Dort legen zwei Melker Schläuche zum Melken an die Euter an und die Milch läuft in einen riesengroßen Tank. Außerdem tippen sie die Kennnummer der einzelnen Kühe in den Computer ein. Somit entsteht die gläserne Kuh, d.h. alle Daten, angefangen vom Stammbaum, Name, Alter, Krankheiten, Anzahl der Geburten, Milchabgabemenge etc. werden im PC der Schaltzentrale gespeichert. Dort kann man nachschauen, wann eine Kuh geimpft oder besamt werden muss, ob sie das richtige Futter erhält oder ob sie genug Milch gibt.

 

Und weil es uns allen im Melkstall so gut gefiel und wir uns gar nicht satt sehen konnten, picknickten wir direkt vor Ort und Stelle auf der Empore im Melkstall. Bierzeltgarnituren luden zum Verweilen ein und Frau Hemme brachte in Krügen frische Rohmilch mit Kakaopulver. So frische Milch enthält noch alle wichtigen Nährstoffe, ist fettreicher als behandelte Milch und sie schmeckte uns vorzüglich.

 

Zum Schluss gab es dann noch ein ganz besonderes Ereignis. Eine Kuh bekam gerade ihr Kälbchen und wir konnten alle zuschauen, wie die Mutter ihr Baby trocken leckte und die Kühe ringsherum im Kuhstall das Neugeborene mit lauten Muh-Rufen begrüßten. Gleich nach der Geburt bekam das Kälbchen zur Registrierung in beide Ohren seine Erkennungsmarken mit allen wichtigen Daten. Und unsere Messdiener durften den Namen für das kleine Mädchen aussuchen. Nach langem Hin und Her fand Antonia einen Namen, der allen auf Anhieb gefiel: Das neugeborene Kälbchen wird „Kleeblättchen" heißen.

 

Wir danken den Eheleuten Stephanie und Heinz-Hermann Hemme für die ausführlichen Erklärungen, für ihre Geduld bei den vielen Fragen, die an sie gestellt wurden und besonders dafür, dass sie sich den ganzen Nachmittag Zeit für unsere Messdienergruppe nahmen.

 

Die Bilder zu unserem Ausflug sind in der Bildergalerie zu finden.