Den Ruf nach Gott wach halten - Besinnungstage in Helfta/Eisleben Juni 2008

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Es gibt Orte, die den Ruf nach Gott wach halten, Orte wie Helfta.  Zum 3. Mal seit 2004 hielten wir - 14 Frauen der kfd Hambühren, vom meditativen Tanzen und vom Kinderbibeltagsteam-   dort in diesem „Hoffnungsort" Besinnungstage im Exerzitienhaus.

 

 

16 Zisterzienserinnen leben inzwischen in Helfta; eine, Sr. Mechthild,  wird Ende Juni ihre ewige Profess ablegen. Vor sechs Jahren kam sie - aus der Arbeit im Management - in das Kloster. Zuerst fiel es ihr schwer, sich in den geordneten Tagesablauf einzufügen. Es gibt feste Zeiten für die Arbeit und die Stundengebete, die werktags um 5.30 Uhr mit der Laudes - dem Morgenlob - beginnen und mit der Komplet - dem Abendgebet - um 19.45 Uhr enden. Danach schweigen die Nonnen bis nach der Heiligen Messe am Morgen. Sr. Mechthild beantwortete unsere Fragen und führte uns dabei schon  in unser Thema „Psalmen beten" ein.  Das Buch der 150  Psalmen ist die Liedersammlung des Volkes Israel, das „Gesangbuch" der Gemeinde. Viele Psalmen werden David zugeschrieben, er wird als Begründer der Psalmen angesehen. Um 200 v. Chr. lag der Psalter fertig vor. Es gibt zwei große Psalmengruppen, einmal das Loben - gleichzeitig Danken -, dann das Flehen - gleichzeitig Bitte und Klage. Unterschieden werden die Klagelieder des Einzelnen (individuelle Klagelieder) und die des Volkes ( kollektive Klagelieder), die das Volk in besonderen Notlagen - Naturkatastrophen, Bedrängnis durch Feinde - betete.

 

Bei der Vesper in der schlichten Klosterkirche ließen wir die gesungenen Psalmen auf uns wirken.  Wer dasitzt - und vielleicht mitsingen mag -, kann sich getragen fühlen und still werden.

 

Nach dem Abendessen im Hotel an der Klosterpforte und einem Gang durch das Labyrinth - angelegt durch die kfd Magdeburg 2003 auf dem Klostergelände - arbeiteten wir an ausgewählten Psalmen, verglichen die verschiedenen Bibelübersetzungen und schrieben auf, was uns bewegte.

 

 

Nach dem Gottesdienst am Sonntagmorgen machten wir uns auf nach Magdeburg, wo wir uns im Kulturhistorischen Museum die Ausstellung „Minne, Mut, Mystik" - 800 Jahre Mechthild von Magdeburg ansahen. Mechthild von Magdeburg war Begine und Mystikerin. Sie schrieb in „Das fließende Licht der Gottheit" in bildreicher Sprache  ihre „Begegnungen" mit Gott auf; zum ersten Mal geschah das  in deutscher Sprache.  Die letzten 20 Jahre ihres Lebens verbrachte Mechthild in Helfta, wo sie um 1290 starb. Sie gehört neben Gertrud von Helfta (1256 - 1302) und Mechthild von Hackeborn (1241 - 1299) zu den drei großen Mystikerinnen von Helfta. In Magdeburg finden sich „Spuren" von ihr: In der Kathedrale St. Sebastian ist sie in einem modernen Fenster wunderschön „fließend" zusehen und eine moderne Pfarrkirche trägt ihren Namen.

 

 

Da es in Magdeburg viel zu sehen gab - den Dom und  die Grüne Zitadelle (Hundertwasser-Haus)  - genossen wir bei gutem Wetter unseren Stadtbummel, bevor wir uns ganz erfüllt von dem Erlebten auf den Heimweg machten.

 

Christa Marschke