| Termine | |
|---|---|
| So, 20.05.2012 Kirchenkaffee nach hl. Messe |
|
| Mo, 21.05.2012 Arbeitseinsatz der Männer |
|
| Mo, 21.05.2012 Probe Kirchenchor |
|
| Mi, 23.05.2012 Übungstermin Theatergruppe |
|
| Do, 24.05.2012 Maiandacht der kfd Winsen/Wietze im Haus Stamm |
|
| Do, 24.05.2012 Gedächtnistraining |
|
| Do, 24.05.2012 Filmabend der Kolpingfamilie nach der Maiandacht |
|
| Do, 24.05.2012 Vorbereitungstreffen Kibi-Tag |
|
| Mo, 28.05.2012 Arbeitseinsatz der Männer |
|
| Mo, 28.05.2012 Probe Kirchenchor |
|
| weiter zur Terminliste >>> | |
Prophetinnen/Propheten sind wir alle! -
Besinnungstage der kfd Hambühren in Herstelle
Das Ziel unserer diesjährigen Besinnungstage vom 23./24.10.2010 war die Benediktinerinnen-Abtei Vom Heiligen Kreuz in Herstelle bei Bad Karlshafen/Weser
Hier wollten wir mit Schwester Hanna Wand mehr über den Propheten Jona erfahren. Das kleine Buch - es hat nur 4 Kapitel - ist 2500 Jahre alt, der Autor war wohl ein Schriftgelehrter. In dieser Symbolgeschichte wird die Beziehung Gottes mit den Menschen deutlich gemacht - und umgekehrt. Und es geht um uns: Wo handeln wir wie Jona?
Jona soll der Stadt Ninive den drohenden Untergang ankündigen, wenn sich die Bewohner nicht ändern, doch er flieht vor seinem Auftrag. Jede/r ist manchmal Jona, vielleicht läuft er aus Angst vor Problemen davon und verdrängt sie damit. Aus der Welt sind sie dann nicht, man/frau nimmt sie überallhin mit, wird von ihnen eingeholt. Vielleicht hatte Jona auch Angst vor einem „Image-Verlust" oder dem Tod, denn die Bewohner von Ninive könnten ihn, den Unglücksbringer, ja töten. Seine Angst ist durchaus berechtigt. So suchte der Prophet ein Schiff, das ihn in die entgegengesetzte Richtung mitnahm. Als ein gewaltiger Sturm aufkam, gerieten die Seeleute in Panik. Sie beteten und warfen schließlich das Los, um herauszukriegen, wem sie dieses Unglück „verdankten". Als Jona ihnen sagte, dass er vor seinem Auftrag davonlaufe, wollten sie ihn zuerst nicht ins Meer werfen und damit opfern, es blieb ihnen aber schließlich nichts anderes übrig. Doch Jona ging nicht - wie befürchtet - unter, sondern wurde von einem großen Fisch verschluckt. Drei Tage und drei Nächten blieb er im Bauch des Fisches, in der Dunkelheit. Da kam er zu sich, stellte sich der Realität und bat und lobte Gott und versprach ihm, seinen Auftrag auszuführen. Der Fisch spuckte ihn aus, und Jona ging nach Ninive. Dort sagte er den Untergang an und die Bewohner - allen voran der König - , änderten ihr Leben, sodass Gott das angekündigte Strafgericht nicht ausführte. Das passte dem Propheten nun nicht, er hatte sich schon darauf eingerichtet, dem Verfall der großen, sündigen Stadt zuzusehen. Und nun bleibt sie verschont! Jona ist „sauer" auf Gott, weil der barmherzig ist statt gerecht. Doch Gott tut auch ihm Gutes - er lässt einen Rizinus-Strauch wachsen, so dass Jona im Schatten sitzen kann, doch der Prophet, dieser schwierige, egoistische Mann, meckert weiter, er wolle lieber sterben statt weiter zu leben. Er übertreibt gerne, sieht mit seinen „egoistischen Augen" seinen „Image-Verlust".
Wir fragten nach unseren Ängsten: Stellen wir uns ihnen? Oder laufen wir vor ihnen weg? Oder vor dem, was wir als unseren Auftrag erkannt haben? Wichtig kann es sein, dass andere uns etwas zutrauen und uns das auch sagen. Dann trauen wir uns eher.
Und: Sind wir bereit, uns kritisieren zu lassen und berechtigte Kritik anzunehmen wie die Bewohner von Ninive? Die meisten Menschen sehen ja ihre Fehler nicht ein und weisen Kritik weit von sich.
Im Bauch des Fisches, in der Dunkelheit, als er ganz „unten" ist, am Tiefpunkt, da ist Jona bereit zum Lernen und zur Umkehr. Das ist oft so im Leben: Erst wenn nichts mehr geht, wenn wir total „über Bord geworfen" und ganz klein geworden sind, kann Gott „einfallen".
Das Eingeschlossen-sein und die Rettung der chilenischen Bergleute nannten wir als Parallele zu „Jona heute".
Menschen, die sich selbst etwas vormachen und niemals zu ihren Dunkelheiten und Ängsten stehen, sind „trübe Gäste auf der dunklen Erde" ( Goethe). Sie können kein weites Herz für andere haben. Dazu gehören nämlich Geduld, Gelassenheit, Toleranz, Glaube, Vertrauen in die Mitmenschen und in Gott, sich Zeit nehmen, Nachsichtigkeit, Demut, ....
Damit die Geschichte
weitergeht, sollen wir - wie Jona - mit all unseren Ängsten, Vorbehalten und Sorgen Propheten und Prophetinnen sein, weil Gott unsere Antwort will, uns will, unseren Abschied und unseren Neuanfang.
In der Abteikirche sahen wir uns ein Kapitell an: Jona - die Hände zum Gebet erhoben - wird vom Fisch in die Freiheit gelassen. Um den Kopf des Propheten ist ein Kreuz-Nimbus zu erkennen. Die Künstlerin weist damit auf Jesus hin, der wie Jona im Bauch des Fisches drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde war. (Nachzulesen im Matthäus-Evangelium 12, 38 - 42)
Bevor wir zwölf Frauen uns auf den Heimweg machten, fuhren wir nach Bad Karlshafen. Dort besuchten wir das Hugenotten-Museum.

Die Verfolgung der Hugenotten und der Waldenser nur aufgrund ihres Glaubens und strengen Lebens, die Kriege und die Vertreibungen machten uns sehr betroffen. Wenn ihnen ein Herrscher die Ansiedlung erlaubte, war in der Regel wirtschaftliches Denken ausschlaggebend, denn die Hugenotten waren hervorragende Handwerker und Künstler. So bestaunten wir fein gearbeitete Lederhandschuhe, gewirkte Strümpfe, Silbergefäße, Seidentücher und - blumen.
( Christa Marschke)



