Polenreise der katholischen Pfarrgemeinde Hl. Schutzengel 2008

Nach intensiver Vorbereitung der Organisatoren konnte die Fahrt in den Süden Polens am Sonntag, dem 10. August mit 54 Reisewilligen, vorwiegend aus der kath. Pfarrgemeinde Hambühren, beginnen.

Gruppenbild

Nach einer halbstündigen hl. Messe bestiegen wir gegen 8:15 Uhr den Reisebus, um am Abend unser Tagesziel Liegnitz zu erreichen.  Zu aller Überraschung  machten wir  nach der ersten „technisch-biologischen" Pause mittags einen Abstecher nach Dresden, was natürlich auch zu einem Besuch der Frauenkirche und des Dresdner Zwingers einlud.

 

Ca. 50 km hinter dem Grenzübergang Görlitz erreichten wir dann am Abend unser Hotel im polnischen Liegnitz.

 

Am nächsten Morgen lernten wir bei einem geführten Stadtrundgang das verkehrsberuhigte Zentrum von Liegnitz kennen.  Blickfang war neben der backsteinernen Peter-und-Paul-Kirche auch das von „Heringsbuden" umgebene heute als Theater genutzte barocke Rathaus.

 

Anschließend ging es wieder auf die Autobahn quer durch den Süden Polens zum Salzbergwerk Wieliczka 14 km südöstlich von Krakau. Von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt ist es eines der größten und ältesten Bergwerke der Welt. Nach einiger Wartezeit begann für uns der Abstieg über ca. 800 Treppenstufen bis auf  135 m Tiefe. Bei einer angenehmen Temperatur von konstant 14° Celsius durchschritten wir ein unterirdisches Salzlabyrinth. Immer  wieder beeindruckte uns die von den Bergleuten aus dem „weißen Gold" phantasievoll gemeißelten Zwerge, Engel und Heiligenfiguren. Höhepunkt war in 100 m Tiefe eine 55x18m große und 10-12m hohe Kapelle mit aus Salz gehauenen Reliefs, Skulpturen und Altären. Ohne Muskelkraft, dafür aber wie die Ölsardinen eingepfercht in einem klapprigen Fahrstuhl ging es nach knapp 2 Stunden wieder Richtung Tageslicht.

 

Mit ersten Ermüdungserscheinungen erreichten wir dann am frühen Abend unser Hotel in Krakau.

 

Für den Dienstag Vormittag war dann eine Stadtführung in Krakau angesagt. Besichtigt wurden u.a. die Marienkirche als größtes Gotteshaus der Stadt. Von der Spitze  der Kirche erklingt zu jeder vollen Stunde die Hejnal-Melodie als Trompetensolo. Es fehlte natürlich auch nicht  eine Besichtigung des Wawel, der prächtigsten und  bedeutendsten unter den polnischen Schlossanlagen. Der 3-stöckige Arkadenhof  gilt als einer der schönsten Renaissancehöfe in ganz Europa. Die prunkvolle Kathedrale war einst  Krönungsstätte der polnischen Könige. Neben dem Collegium Maius  der Jagilonen Universität als zweitälteste Universität Europas führte uns der Weg letztlich zu den langgestreckten Tuchhallen auf dem Hauptmarkt. Dieser Platz verkörpert mit seiner riesigen Fläche das pulsierende Herz der Stadt. Bis in die Nacht hinein herrscht ein fast südländisches Treiben.

 

Am Folgetag fuhren wir nach dem Frühstück nach Zakopane in die Hohe Tatra. Zwischenstation machten wir im Goralendorf  Nowetark. Diese geschickten Bergbewohner leben in spitzgiebligen nur aus Holzbohlen gebauten Häusern.

 

Zakopane, bekannt als Wintersportort mit seinen 2 Skisprungschanzen, war auch bei unserem Besuch auf der 1 km langen Flaniermeile von einem nie abreißenden Menschenstrom gekennzeichnet. So machten wir uns recht schnell zu der wunderschönen 1847 ganz aus Holz gebauten alten Dorfkirche auf. Die anschließende Weiterfahrt zum Nationalpark Pieniny begleitete den Einen oder Anderen schon mit gemischten Gefühlen, denn nun stand eine Floßfahrt auf dem Dunajec auf dem Programm. Die aus je 5 ausgehöhlten Baumstämmen bestehenden Flöße wurden von je 2 Goralen kunstvoll gesteuert und dabei die Stromschnellen geschickt umschifft. So konnten wir alle die an einigen Stellen steil aufragenden Kalksteinfelsen bewundern.

 

Auf der Rückfahrt wurde kurz vor Krakau das Abendessen in einem rustikalen Lokal durch den Auftritt einer Folkloregruppe stimmungsvoll begleitet.

 

Am Donnerstag stand dann Tschenstochau, der bekannteste Walfahrtsort Polens auf dem Programm. Wie fast alle Besucher interessierte auch uns ausschließlich die Besichtigung des Paulinerklosters auf dem Jasna Gora, dem „Lichter Berg", wo sich das wichtigste Pilgerziel Polens befindet: das Bild der schwarzen Madonna. Ältester Teil der Anlage ist die in schummriges Licht getauchte Kapelle der Muttergottes von Tschenstochau, die wir langsam in einem wahren Menschenstrom durchschritten, um einen kurzen Moment die magische Kraft des 122 x 82 cm großen Bildes der schwarzen Madonna auf uns einwirken zu lassen.  Kaum auszudenken, wenn  unser Besuch einen Tag später erfolgt wäre, dem Tag Mariä Himmelfahrt, bei erwarteten 300.000  Pilgern.

 

Messfeier

 

Auf der Weiterfahrt in Richtung Breslau machten wir nachmittags noch Stopp im oberschlesischen Oppeln, der „grünen Brückenstadt an der Oder".

 

Übernachtet wurde dann in einen Hotel in Breslau, wo uns am Freitag eine Stadtrundfahrt und ein Stadtrundgang erwartete. Zuerst führte uns der Weg zum Ring, dem prachtvoll restaurierten Hauptplatz der Stadt. Umgeben von feudalen Giebelhäusern bildet das im 15 Jh. fertig gestellte gotische Rathaus den Mittelpunkt.  In wenigen Minuten gelangten  wir aus der Altstadt  hinüber zur Dominsel, wo die Stadt ihren Anfang nahm. Hier verdienten die würdigen Kirchen, allen voran Kreuzkirche und Kathedrale,  besondere Aufmerksamkeit. Man hatte den Eindruck, sich in einer eigenen, abgeschlossenen Welt fern von Hektik und städtischem Lärm zu befinden. Letztlich konnten wir auch die im  Scheidninger Park gelegene Jahrhunderthalle bestaunen, die 1913 von Max Berg als gewagteste und größte Massivkuppel der Welt errichtet wurde und noch heute als Mehrzweckhalle für bis zu 7.500 Besucher genutzt wird.

 

Nach so vielen neuen Eindrücken hatten wir dann den Nachmittag zur freien Verfügung, um auf eigene Faust die Stadt weiter zu erkunden oder sie auch nur vom   Platz eines Straßenlokals auf uns wirken zu lassen. Samstag früh traten wir dann recht geschafft die Heimreise an, die noch mal von einer kleinen Stippvisite in Bautzen unterbrochen wurde.

 

Sowohl auf der Hinfahrt als auch am Rückreisetag verstanden es Herr Ditsche mit informativen Vorträgen über die Geschichte und Gegenwart unseres Reisezieles und  Frau Mock mit gar nicht so leicht zu lösenden Quizfragen zu Polen und zu div. Märchen uns alle im Bus hellwach zu halten.

 

Gegen 19:00 Uhr erreichten wir dann wieder Hambühren und konnten den Daheimgebliebenen von einer interessanten und eindrucksvollen Polenreise berichten.

  

Ingo-Alf Stehr

-Pfarrgemeinderat-